Ich schreibe ja immer wahnsinnig gerne Tipps zu Wohnveränderungen, wie hier und hier und zeige unsere Räume, wenn sie ein Makeover bekommen haben (hier). Dabei ist es mir immer super wichtig, Ideen und Inspirationen weiterzugeben, die kein Vermögen kosten. Nicht nur, weil ich mir selber keine teuren Designerstühle leisten kann, schließlich studiere ich noch. Aber auch, weil es ganz viele andere Leser gibt, die das auch nicht können. Und dazu muss man ja nicht mal Student sein. Gerade in der Wohnbranche wird mit ziemlich heftigen Preisen um sich geworfen und ich glaube, dass sowas viele frustriert, die sich das nicht mal eben so leisten können. 

Aber mal ganz ehrlich: Die wenigsten können das und viele wollen das auch gar nicht. Kein Grund also sich schlecht zu fühlen. Aber es sind nicht nur die Preise für Produkte, sondern auch die Medien, die uns die hohen Kosten für Deko und Co. als normal vorgaukeln. 
Als ich mit dem Bloggen anfing, war ich von den Preisen richtig geschockt. 80€ für ein Kissen? Ernsthaft? Mit der Zeit und einigen Kooperationen habe ich mich ein Stück weit daran gewöhnt und mich irgendwann dabei erwischt, wie ich ich einem Freund von diesem tollen neuen Kissen erzählte für das ich lange gespart hatte. Alle coolen Blogger hatten das schließlich. Seine Reaktion darauf holte mich schnell auf den Boden: 

"80€ für ein Kissen? Ist es aus gold?" Das saß. 


Seitdem achte ich sehr bewusst darauf, was ich mir für Zuhause anschaffe. Manche Dinge kosten etwas mehr, sind aber Klassiker und haben gute Qualität. Bei vielen anderen Dingen und kurzweiligen Trends versuche ich es mit Selbermachen.

Der Auslöser für meinen heutigen Post ist aber ein anderer. Und zwar ein online Artikel in einem Wohnmagazin. Als ich ihn zufällig entdeckt und gelesen hatte, war ich richtig wütend. Angeworben wurde er ungefähr so: "Nicht jeder kann sich einen Innenarchitekten leisten? Falsch Gedacht. Wir zeigen hier, dass sich wirklich JEDER einen leisten kann." Im Artikel wurde dann ein neues kleines Unternehmen gezeigt, dass sich darauf spezialisiert via Internet mit ihren Kunden Kontakt aufzunehmen und denen ein neues Wohnkonzept für einen Raum oder die ganzen Wohnung zu erarbeiten. Super Idee, finde ich. Aber um das Unternehmen geht es mir an dieser Stelle auch gar nicht. Mein Problem ist der Artikel selber. So wurden nämlich dann die Preise genannt: Erstgespräch ca 40€, Stundensatz 55€. Pro Raum werden 10-15 Stunden Arbeitszeit gerechnet. Macht also am Ende für ein neues Wohnkonzept mal schlappe 600€ pro Raum. Okay, ein Innenarchitekt ist sicher teuer und ja, das ist deren Arbeit auch sicher wert, aber wie kann ein Magazin sowas ernsthaft anpreisen, dass sich sowas JEDER leisten kann? 


Ich als Studentin kann das nicht, meine Freundin mit ihren drei kleinen Kinder, könnte das sicher auch nicht und meine andere Freundin, die gerade in ihr Berufsleben eingestiegen ist, hat sicher auch anderes mit ihrem Geld vor. Und es gibt nicht nur Studenten, die sich das nicht leisten können. Was ist mit den Alleinerziehenden, den Rentnern, oder denen, die keine Superverdiener sind?

Ich finde es einfach unglaublich frustrierend, wenn Magazine so ihre Artikel (solche gibt es massenhaft) anpreisen und man als Leser das Gefühl bekommt ein armer Schlucker zu sein. Schließlich kann sich doch jetzt JEDER einen solchen Online-Innenarchitekten leisten? Was ist falsch also an mir, dass ich das nicht kann? Warum habe ich nur so wenig Geld? Solche Gedanken gehen einem da ganz schnell durch den Kopf.

Ich schreibe das hier nicht, um diesen tollen Berufszweig oder generell alle Wohnmagazine schlecht zu machen. Sondern weil ich als Bloggerin und Blogleserin immer wieder mitbekomme, wie frustriert manche Leser sind, weil die Produkte und Angebote so teuer sind. Schön Wohnen ist Luxus? Dank solcher Artikel, kommt dieser Gedanke schnell auf. Zum Glück sind nicht alle Magazine so und zum Glück gibt es Blogger und so viel Inspiration im Internet, damit auch die schön wohnen können, deren Geldbeutel gerade nicht aus allen Nähten platzt. 

Wohnen sollte glücklich machen, inspirierend sein und auf keinen Fall frustrieren. 


Deshalb möchte ich auch in Zukunft ganz viele weitere Artikel zu Wohnveränderungen, Raum Makeover, DIY Ideen und günstigen Lösungen zeigen. Ich wünsche mir nämlich, dass sich hier jeder wohl fühlt, inspiriert ist und auf keinen Fall frustriert. Ich will schließlich mit meinem Blog zeigen, dass schön Wohnen kein Luxusding ist (auch wenn mal ein teures Kissen auftauchen sollte;-). Und wer kann und möchte, darf sich gerne auch einen Innenarchitekten holen. Ich bin froh, dass es Menschen gibt, die so anderen helfen. Für die Selbermacher soll es aber hier ganz viel Hilfe geben. Dafür bin ich nämlich da.