Ein Kaffee aus einem hochwertigen Vollautomaten war lange für mich ein unvergleichliches Erlebnis. Schon allein die Maschine, wie sie in Chrom und Schwarz glänzend dir durch ihr Äußeres schon den besten Kaffee deines Lebens verspricht; und wenn sich dann dieser frische Kaffeegeruch im Raum verbreitet und mit einem dampfenden "zschh" auch noch der schönste Milchschaum das Kaffee-Erlebnis toppt; dann bin ich im Himmel. "Warum sind diese Dinger bloß so teuer", habe ich mich jedes mal gefragt, wenn ich danach vor meiner alten Padmaschine zuhause stand und mir frustriert die Tasse voll machte. 

Lange Zeit war ich der festen Überzeugung, dass guter Kaffee einfach teuer sein muss und habe die tollen Kaffeemaschinen auf Instagram-Timelines beneidet. Ein richtiger Kaffee, das weiß ich heute, muss aber nicht aus einem superteuren, glänzenden Vollautomaten kommen. Mit ein paar Tricks kann man das eigene Kaffee-Erlebnis auch einfach zuhause ohne viel Schnick-Schnack haben. Wie das geht erklärt heute Max, der sich damit lange beschäftigt hat. Denn er und sein Kumpel Moritz sind echte Kaffeetanten. Bei den beiden wird gerne auch mal über Bohne, Mahlgrad und Crema diskutiert. Viel Spaß beim Lesen.



1. Mein Lieblings-Espresso

Ein guter Espresso beginnt für mich bei der Bohne. Und da steht man nun vor der Qual der Wahl. Dunkle Röstung oder helle? Arabica Bohne oder Robusta? Bio oder nicht? Das sind in erster Linie Geschmacksfragen. Schon im Supermarkt findet man leicht zwanzig verschiedene Sorten. Deshalb mache ich das nach der Devise: kaufe eine kleine Packung und probiere erstmal, was dir schmeckt. Noch besser ist es, wenn du bei einem Fachhändler noch vor Ort probieren kannst. Das ist dann zwar etwas teurer, aber dafür hast du direkt die richtige Wahl getroffen. Auch im Internet kann man natürlich auf vielen Seiten Kaffee bestellen. Man sollte sich immer fragen, für welchen Kaffee welche Bohne? Arabica eignet sich wegen der dunklen Röstung am Besten für Espresso. Robusta kann unter Umständen aromatischer sein für einen Filterkaffee. Gute Erfahrung habe ich persönlich mit der Kaffeerösterei Laier gemacht. Dort kann man auch online bestellen.


Wenn ich mich dann für eine Sorte entschieden habe, beginnt zuhause in der Küche das Prozedere. Zuerst müssen die Bohnen gemahlen werden. Dafür braucht man längst keine Mühle mehr, wie noch zu Omas Zeiten oder wie man sie aus Western Filmen kennt. Heute geht das elektrisch und niemand muss mehr per Hand das Rädchen drehen. Eine gute Kaffeemühle bekommt man schon für 15 Euro, etwa bei Amazon. Und das Lohnt sich. Man füllt einfach eine Hand voll Bohnen oben rein und drückt das kleine Knöpfchen. Das macht zwar einen Höllenlärm, aber schon jetzt riechen die frisch gebrochenen Bohnen wunderbar.


Auch jetzt muss man wieder ein bisschen experimentieren. Denn nur mit einem einfachen Knopfdruck ist es nicht getan. Auf den Mahlgrad kommt es an. Generell habe ich die Erfahrung gemacht: Je feiner man die Bohnen mahlt, desto stärker ist das Aroma später und auch die Stärke. Aber zu fein darf es auch nicht sein, weil später sonst der Kaffee schnell zu bitter wird. Auf dem Foto seht ihr ja, dass das Kaffeepulver nicht gleich zu Mehl verarbeitet werden sollte. Eher wie eine Mischung aus kleinen Kokosflocken und grobem Dinkelmehl. Das ist so meine Faustregel. Ihr solltet auch darauf achten, für welche Brühart ihr den Kaffee mahlt. Für den Espressokocher darf es auch schon mal etwas feiner sein. 


Jetzt geht es ans Brühen. Ihr könnt das auf ganz verschiedene Arten machen. Das ist eine Glaubens- und Geschmacksfrage. Es gibt Porzellanfilter, wie dieser hier. Oder auch eine Frenchpress, die ein echter Designklassiker ist. Ich habe mich heute mal für einen Espresso entschieden.

Und jetzt beginnt die Magie. Ihr füllt das Pulver in den Espressokocher, in eure Siebträgermaschine oder einfach nur in eure Filterkaffeemaschine.  Die Kocher sind einfach genial. Besonders in Italien sieht man sie häufig. Sie arbeiten mit viel Druck und pressen das Wasser, was man in den unteren Behälter füllt, durch das Kaffeepulver darüber und oben durch eine dünne Öffnung kommt cremiger und leicht dickflüssiger Espresso. Also nochmal zum Mitschreiben: Wasser in den unteren Behälter, Kaffeepulver in den kleinen Sieb darüber und bei großer Hitze ab auf den Herd. Das riecht wunderbar und die Vorfreude steigert sich mit jeder Minute. Ein kleiner Tipp: ein bisschen Zimt auf das Pulver gibt eine echte Geschmacksexplosion, ist aber auch Geschmackssache.


Wenn der Espresso erstmal in der Tasse ist, dann halte ich persönlich es ganz mit den Italienern. Nur Zucker darf in den Espresso. Lui hat tatsächlich ein mal als Welpe eine Kaffeetasse ausgetrunken, die auf dem Tisch stand. Bis heute ist mir ein Rätsel wie er auf den Tisch kam. Das Ergebnis war ein völlig aufgedrehter Hund (noch mehr als sonst) der wie ein Irrer durch die Wohnung rannte, bis er umfiel und einschlief. 


2. Mein bester Kaffee

Über Espresso habe ich ja schon einiges erzählt, kommen wir nun zum normalen Kaffee. Dazu benutze ich diese FrenchpressWie der Name schon sagt, stammt die Frenchpress aus Frankreich. Sie ist in den letzten Jahren aber ich bei uns sehr bekannt geworden. Der Marktführer ist Bodum. Dort gibt es den Designklassiker schon für rund 20 Euro. Die Frenchpress besteht aus einem hitzebeständigen Glas und einem Sieb, der mittels einem Stab nach unten gepresst werden kann, daher der Name. Man füllt das gemahlene Kaffeepulver (nicht zu fein) in den Glasbehälter, danach schüttet man einfach kochendes Wasser drauf und lässt alles für etwa drei bis fünf Minuten ziehen. Dann kommt die Presse zum Einsatz. Von oben aufgesetzt drückt man so die Kaffeepulveranteile nach unten und kann dann ganz einfach den fertigen Kaffee ausgießen. Er ist wunderbar aromatisch und wirklich praktisch. Denn schneller geht es kaum.




3. Der beste Milchschaum

Einen super Milchschaum hinzubekommen ist nicht einfach und wir haben viel herum experimentiert. Im Moment benutzen wir diesen Induktions-Milchschäumer. Er macht einen sehr festen und cremigen Milchschaum, der kaum zusammenfällt. Das einzige negative an der Maschine ist der grelle Piepston beim An- und Ausschalten. Meine Eltern benutzen einen ähnlichen Milchschäumer, wie diesen hier und haben damit auch gute Erfahrungen gemacht.



Also, Kaffee machen ist nicht schwer. Ihr braucht dafür keine teure Maschine, sondern nur eine gute Bohnenmischung die euch schmeckt, eine Kaffemühle und einen Espressokocher, Frenchpress oder Filtermaschine. Ihr werdet sehen: das ist ein unendlich größerer Genuss als ein einfacher Automatenkaffee.




Bezugsquellen:
Tasse M Design Letters*
Espressotasse 5 Design Letters*
Induktions-Milchschäumer Severin
Frenchpress Bodum
Porzellanfilter Hario
Milchschäumer Bodum



* In Kooperation mit dem Geliebten Zuhause