Maditas Haus

News aus dem Wohnzimmer & Adventskranz mit Holzkugeln

06 Dezember 2015
Kennt ihr das, wenn ihr etwas anfangt und einfach alles geht schief, wirklich alles? In meiner Zeit als Blogger habe ich in den letzten Jahren schon einiges gestrichen. Ganz egal ob Wand oder Möbelstück mit Farben, Lacken und Co. kenne ich mich aus, dachte ich zumindest. Bis zu meinem letzten Projekt, das ich vor Verzweiflung am liebsten im Hof angezündet hätte. 


Für unserer leere weiße Wand im Wohnzimmer hatte ich etwas ganz bestimmtes im Kopf. Vor Jahren habe ich beim Stöbern im Internet ein Bild von zwei Malm Nachttischen gesehen, die als Sideboard an der Wand hingen. Die Idee fand ich so cool, das ich sie jetzt endlich im Wohnzimmer umsetzten wollte. Also habe ich mich auf die Suche nach genau diesen Malm Nachttischen gemacht. Bei ikea gibt es sie nicht mehr, aber letzte Woche habe ich zwei Stück in den ebay-kleinanzeigen entdeckt. Sogar in unserer Nähe, meinte die Besitzerin, und schätzte die Fahrtzeit auf 25 Minuten. Gut, aus den 25 Minuten wurden zwar 40 aber viel schlimmer war der Sturm, der Regen und die Tatsache, dass die zwei Tische so schwer waren, dass ich mit meiner Errungenschaft fast die spiegelglatte Treppe der Vorbesitzer heruntergefallen wäre. 


Als nächstes ging es zum Baumarkt. Dieses Funierholz, aus dem die günstigen Möbel hergestellt werden, ist nicht ganz einfach zu streichen, also habe ich mir einen hochwertigen Schöner Wohnen Lack auf Wasserbasis gekauft, der sogar (laut Aufdruck) auf allen Materialien halten soll. Auf meiner Jogginghose hielt er prima, auf den Malm-Tischen eher nicht. Beim Streichen bildeten sich Luftblasen und nach der Trocknungszeit konnte man den Lack mit dem Fingernagel herunterkratzen. Auch eine zweite Schichte (ich finde das war sehr optimistisch von mir) machte das Ganze nicht besser. Meinen ersten Gedanken, zum Baumarkt zu fahren und auf deren Funierholztresen einmal mit meiner Farbrolle entlagzurollen und laut "Reklamation" zu schreien, habe ich dann doch verworfen. Wobei ich auf deren geschocktes Gesicht ganz lässig gesagt hätte, dass man die Farbe eh mit dem Fingernagel herunterkratzen könnte...


Also ab zum Farbfachladen um die Ecke, wo ich sonst auch immer hingehe. Dort habe ich mir einen richtigen Lack besorgt. Aber vorher mit dem Verkäufer noch Schimpftiraden über den lokalen Baumarkt losgelassen. Wir zwei sind jetzt gute Freunde und zu guter letzt hat er mir noch erklärt, wie man Funierholz am besten lackiert. Man braucht einen Lack, der nicht auf einer Wasserbasis funktioniert, sondern richtig schön chemisch ist. Gerade bei diesem Holz braucht man etwas aggressiveres, dass sich in die oberer Holzschicht "hineinfrisst". Das Problem sind nämlich die Weichmacher und Silikone die in den Schichten stecken und dafür sorgen, dass Lacke sich mit dem Untergrund nicht verbinden können. Der Effekt sind dann diese Blasen. Zusätzlich muss man die Möbel richtig gut anschleifen (hatte ich sogar vorher gemacht) und mit Brennspiritus abwischen, damit keine fettenden Rückstände bleiben. 




Mit meinem neuen Lack und in meiner Jogginghose voller Farbkleckse bin ich dann wieder heim. Wobei mir auch erst in diesem Moment auffiel wie ich eigentlich aussah...
Zuhause musste der alte Lack herunter und der neue Lack drauf. Nach fünf Minuten Streichen löste sich meine Rolle aus dem Baumarkt auf und ich musste wieder in den Fachladen bei uns und eine neue Rolle kaufen. An dieser Stelle nur mal angemerkt: Entspannungsverfahren helfen in dem Moment nicht mehr. Die neue Farbe hielt dafür super und für den zweiten Anstrich am nächsten Morgen ließ ich alles auf einer Plastikfolie so stehen. Durch die hatte sich allerdings mein Super-Lack geätzt und zwei handflächengroße Stellen im Holzboden angegriffen und jetzt war es der Lack auf unseren Dielen, der Blasen bildete. Ein klarer Fall von Problemverlagerung. Jetzt war ich wirklich kurz vor einem Heulkrampf. 


Der Anblick von meinem neuen Sideboard hat mich dann aber entschädigt und jetzt bin ich sehr glücklich damit und sehe auch davon ab den Baumarkt zu terrorisieren. Auch den Boden habe ich wieder repariert.
Meinen Adventskranz habe ich im Möbelhaus bei uns entdeckt, grau gestrichen und mit einigen meiner anderen Holzkugeln ergänzt. Das Vorbild dazu ist der Adventskranz von ferm living aus dem letzten Jahr. Ihr bekommt ihn aber auch beim Geliebten Zuhause. 

Kommentare on "News aus dem Wohnzimmer & Adventskranz mit Holzkugeln"
  1. Ohgott, ich habe bei jeder Station deiner Sideboard-Reise mitgelitten! Chapeau, dass dus durchgezogen hast :D Und so schön belohnt wirst, das Ergebnis sieht wirklich toll aus! Liebe Grüße, Kea

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  2. Hätte alles mir passieren können, bevor ich das lackieren wirklich dem Herrn des Hauses überlassen habe.-
    Das Ergebnis überzeugt!
    LG
    Astrid

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    1. Das kann ich gut verstehen, nur bei mir war der Herr des Hauses der Meinung, eine dritte und vierte Schicht sollten dann halten :-D

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  3. Und wer ist mal wieder Schuld? Ikea! Was nehmen die das auch aus dem Sortiment?
    Jetzt wo ich das bei dir sehe, bin ich nämlich ebenfalls begeistert ;-))
    Der Weg war schlimm, aber das Endergebnis ist genial.
    Herzliche Nikolausgrüße
    Jutta

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  4. Das Ergebnis sieht toll aus, aber ich wäre wohl schreiend aus dem Haus gelaufen und meiner fiesen Laune hätte niemand begegnen wollen!!!! Wunderbare Bilder♥
    LG, Lilli

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  5. Wow - das sieht mega toll aus! Auch wenn du viel Arbeit damit hattest, auf das Ergebnis kannst du mächtig stolz sein. Super schön! Dein Adventskranz gefällt mir auch sehr. Liebe Grüße, Rahel

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  6. Oh wie schön kuschelig und gemütlich es bei dir aussieht! Einfacht toll! Und der Adventskranz ist so traumhaft schön :-)

    Liebe Grüße
    Dörthe

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  7. Puh ! Was für eine Geschichte, aber es hat sich gelohnt. Sieht toll aus Lg Sabrina

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